(Kreis Soest) Da sitzen sie nun, die Professoren, Vorstandsvorsitzenden und Medienexperten, und blicken durch ihre rot, grün bzw. cyan schimmernden 3D-Brillen konzentriert auf den Bildschirm vor ihnen. „Hammer, oder?“, sagt ein heimischer Unternehmer zu seinem Nebenmann, einem Wissenschaftler, schiebt seine Brille hoch, hält sie wieder vor die Augen. Der dreidimensionale Effekt, der sich da vor den eigenen Augen abspielt, verblüfft sie doch bei (fast) jedem Bild, das aufgerufen wird.Die Szene spielte sich am Dienstagabend im Lippstädter Technologiezentrum Cartec ab. Die Mitglieder der zwölfköpfigen Jury betrachteten und bewerteten die Werke, für die sich in den vergangenen Wochen Hunderte Schüler und Schülerinnen aus dem Kreis Soest den Kopf zerbrochen hatten. Die Jungen und Mädchen hatten gezeichnet, fotografiert, gebastelt und/oder am PC gearbeitet, um ein möglichst cooles dreidimensionales Bild herbeizuzaubern. Die Qualität einiger Lösungen verblüffte am Dienstag sogar Professor Peter Kersten von der Hochschule Hamm-Lippstadt, der die Aufgabe ersonnen hatte: „Was die Qualität der Bilder betrifft, sind meine Erwartungen zum Teil übertroffen worden.“
Kreativität und Originalität, diese beiden Eigenschaften sollten bei der Beurteilung des Bildes neben der Intensität des 3D-Effektes eine Rolle spielen. Und das Bild sollte einen Bezug zur eigenen Schule aufweisen: Da ist schon mal der Lippstädter Stadtgründer Graf Bernhard in voller Rüstung zu sehen, vor der altehrwürdigen Kulisse des Schlosses Overhagen tummeln sich Schüler räumlich versetzt (eben dreidimensional), Jugendliche „fliegen“ einmal auf andere Art und Weise von der Schule bzw. ihrer Aula oder strampeln sich bis zur Erzeugung ihres Gedankenblitzes ab.
Den freiwilligen Schulwettkampf hatten die Kreis-Wirtschaftsförderung und die Stiftung Bildung, Wissenschaft und Technik, unterstützt von Unternehmen und Sponsoren, initiiert. Kreisweit beteiligten sich 33 weiterführende Schulen, vom Gymnasium bis zur Sonderschule, nur eine Schule steuerte am Ende kein Ergebnis bei. Anreiz neben dem spielerisch erworbenen Wissenszuwachs: Ein exklusives Schulkonzert der Pop-Gruppe Culcha Candela. Darauf dürfen seit Dienstagabend allerdings nur noch elf Schulen hoffen (siehe Stichwortkasten). Hochinteressiert hatten die Juroren jedes einzelne Motiv betrachtet, es mit anderen verglichen und sich anhand einer Dokumentation (die reichte von wenigen Sätzen über eine aufwändige Powerpoint-Präsentationen bis hin zu selbst gedrehten Videos) über die Entstehung des Bildes informiert. Auch das dabei zu erkennende Teamwork spielte eine Rolle.
Statt der vorher vereinbarten zehn „Qualifikanten“ schafften es am Ende elf in die zweite Runde, darunter sogar ein ausschließlich händisch gemaltes Bild. Die elf siegreichen Schulen bekommen am 22. März die zweite Aufgabe gestellt, für deren Lösung sie dann - inklusive Osterferien - knapp fünf Wochen Zeit haben. Sie starten dann alle wieder „bei Null“. Das Live-Finale der besten drei Schulen folgt am Freitag, 7. Mai.
Die Arbeiten der Schulen sind im Internet zu sehen unter www.gedankenblitz-schulwettkampf.de
Quelle
Der Patriot